Akkommodation
Das Wort "Akkommodieren" kommt vom lat. "accomodare" und bedeutet "angleichen", "anpassen". In der Pesso-Therapie wird diese Bezeichnung für das "Passform-Geben" verwendet. Die arbeitende Person kann jemanden aus der Teilnehmergruppe für eine Rolle auswählen. Diese Person übernimmt dann die Rolle XY und folgt beim "Akkommodieren" genau den Anweisungen des Klienten und Therapeuten.
In Strukturen können sich Klientin und Rollenspielerin zum Teil sehr nahe kommen. Rollenspieler können auch hinter, vor oder neben der Klientin stehen, sitzen, liegen. Die Rollenspieler geben am Ende ihres Einsatzes ihre Rolle wieder ab, etwa so: "ich gebe die Rolle als ideale Mutter wieder ab, und bin XY." In der Einzelsitzung / Beratung werden Objekte wie Decken, Kissen, Sitzwürfel etc. zur Verfügung gestellt und können in Rollen genommen werden.
Für die Gruppenmitglieder ist die Übernahme einer Rolle freiwillig. Eine positive Fragmentfigur kann einfach als Kontaktfigur hineingenommen werden, aber auch präziser benannt sein: z.B. eine haltgebende Figur, eine Erlaubnis gebende Figur, eine validierende Figur, eine Schutzfigur, eine unterstützende Figur, eine limitierende oder begrenzende Figur, eine orientierunggebende Figur oder eine fürsorgliche Figur.
Positive Fragmentfiguren bieten dem Klienten eine erwünschte, passende Interaktion an. Auf der Bühne der Struktur sind sie Vorläuferfiguren für die guten Qualitäten von idealen Eltern. Wird ein Gruppenmitglied in eine Rolle gewählt, kann dies nicht nur für die Klientin, sondern auch für den Rollenspieler eine positive neue Erfahrung bedeuten.
Für jene Gruppenmitglieder, welche nicht in eine Rolle gewählt werden, kann alleine schon das Dabeisein viel bewirken. Es können Erinnerungen an die eigene Geschichte anklingen, oder der Wunsch kann entstehen, selbst einmal in einer eigenen Struktur, Unterstützung, Schutz oder Grenzen erleben zu können.
Ideale Figuren: Die zentrale Person hat die Möglichkeit im "Dort und Damals", in der erinnerten Vergangenheit neue Erfahrungen mit idealen Elternfiguren zu machen. Diese Figuren sind mit allen Sinnen erlebbar und ermöglichen eine neue Perspektive im aktuellen Leben der arbeitenden Person.
Die idealen Eltern sagen Dinge, welche die zentrale Person zusammen mit dem Therapeuten in einer Struktur entwickeln. So können sie etwa sagen: "Wenn wir damals, als du 6 Jahre alt warst, Deine idealen Eltern gewesen wären, hättest Du einen sicheren Platz in unseren Augen und Herzen gehabt."