Das Antidot, die heilende Szene
In der heilende Gegenszene oder dem Antidot wird es der Klientin möglich, eine neuen tiefgreifende Erfahrung zu machen, z.B. sich mit idealen Eltern verbunden und sicher zu fühlen. Dabei kommen im Einzelsetting sowohl die Imagination als auch Gegenstände wie Sitzsack, grosse Kissen oder Decken zum Tragen.
Die neue Erfahrung berührt sowohl die senso-morotische, emotionale und die kognitive Ebene. Ideale Eltern können der Klient*in liebevoll einen Platz in ihrer Mitte gewähren, was für die Klient*in körperlich und emotional spürbar wird. "Wenn wir damals Deine idealen Eltern gewesen wären, als du 6 Jahren alt gewesen bist, wären wir für Dich da gewesen und du hättest Dich in unserer Mitte ausruhen können".
Das Antidot kann auch darin bestehen, dass die idealen Eltern den Platz in seiner symbolischen Form betonen, "Wenn wir damals Deine idealen Eltern gewesen wären, hättest Du einen Platz in unseren Herzen gehabt. Wir hätten uns für Dich interessiert und Du wärst uns als Mensch und Tochter wichtig gewesen". Solche Äusserungen zu hören, kann sich als positive neue Erfahrung für die Klient*in erweisen: "ich fühle mich angenommen".
Die heilsame Szene kann auch darin bestehen, dass die idealen Eltern die Kraft und Energie der Klient*in sehen und wertschätzen. Handelt es sich z.B. um aggressive Kräfte, welche Gefahr laufen, ihr selbst oder anderen Menschen zu schaden, sind die idealen Eltern bereit, diese Kräfte physisch zu limitierend: "Wir freuen uns über deine Kraft, aber wir lassen nicht zu, dass Du damit jemand anderen oder Dich selbst verletzt."