Der Körper in der Pesso-Therapie
Der Arbeit mit SInneswahrnehmungen, Körperempfindungen und Bewegungen, der Sensomotorik, wird in der Pesso-Therapie grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Wie die modernen Neurowissenschaften nahelegen, können positive körperliche Erfahrungen einen bedeutenden Beitrag leisten beim Erstellen von neuen, heilsamen, inneren „Landkarten“, welche „alte Landkarten“, die zu einem Problem oder einem Dilemma geführt haben, ersetzen. In einer Pesso-Struktur gemachte neue Erfahrungen können später erinnert und mit etwas Übung immer wieder bei Bedarf im Alltag „hervorgeholt“ werden.
Dabei gilt, dass die neuen positiven Erfahrungen gegenüber den alten Erfahrungen, Glaubenssätzen oder Überzeugungen an Bedeutung gewinnen. Ziel der Pesso-Arbeit ist es, den neuen befriedigenden Erfahrungen mehr Platz zu gewähren und so alte Überzeugungen und Handlungstendenzen "über Bord werfen" zu können.
Ist ein Grundbedürfnis, z.B. als Kind vor überwältigenden Erfahrungen geschützt zu werden, unbefriedigt geblieben, richten wir unsere Überzeugungen und Handlungen tendenziell an diesen alten Erfahrungen aus. Später im "hier und jetzt" können solche alten Muster auch in einer als "sicher" erlebten Beziehung, wieder hochkommen und die Beziehung belasten.
Die Pesso-Therapie-Methode legt Wert auf das Einbeziehen aller 3 Ebenen der Informationsverarbeiten: Sensomotorik, Emotionen und Kognition. Beginnt das Gespräch, wird von Anfang den Körperempfindungen, Affekten und Bewegungen der Klientin besondere Beachtung geschenkt. Eine Zeugenfigur ist von beginnweg durch den Therapeuten dargestellt, welche den Gesprächsprozess stetig begleitet.
Oft zeigt sich während des Schilderns eines Anliegens oder eines Problems eine kleine, kaum wahrnehmbare Bewegung. Oder eine Körperempfindung wird deutlich spürbar, etwa ein Kribbeln oder die Atemfrequenz verändert sich. Dem wird während des Gesprächs Beachtung geschenkt.
Das bedeutet, dass der Gesprächsverlauf etwas verlangsamt wird, und die Aufmerksamkeit des Klienten auf den Körper gerichtet wird. Dasselbe gilt für Glaubenssätze oder Überzeugungen, die vom Klienten benannt werden. Auch hier wird kurz innegehalten und dem Klienten die Möglichkeit gegeben, nachzuspüren, ob im Körper etwas vorsich geht.
Dem Einbeziehen der Körperempfindungen, Bewegungen und des emotionalen Ausdrucks (Affekte und Gefühle) wird grosse Bedeutung im Beratungsgespräch geschenkt. Ebenso den Gedanken, Überzeugungen und Glaubenssätzen. Dies verlangsamt zwar den Gesprächsverlauf, doch vertiefen das Erleben und helfen, alte störende Handlungstendenzen abzulegen.