Die Zeugenfigur
In einer Sitzung (“Struktur”) wird der Klient:in eine Zeugenfigur zur Seite gestellt, entweder konkret als Rollenspieler:in, als Stuhl oder angedeutet durch den Therapeuten mit seiner Hand. Über die Zeugenfigur (gesprochen vom Therapeuten) erhält die Klient:in fortlaufend Informationen zu den sich zeigenden Affekten. Dieses Bezeugen ist Hauptbestandteil des sog. Mikrotracking. Schon alleine dieses besonderen Vorgangs wegen, lohnt es sich, einmal eine Pesso-Struktur zu erleben!
Die vom Therapeuten gesprochene Zeugenrolle, verläuft als «2. Tonspur» parallel und abwechselnd zu den Schilderungen des Klienten und den auftauchenden Empfindungen und Emotionen.
Dabei benennt die Zeugenfigur an wichtigen Stellen in der Struktur den meist im Gesicht sichtbaren oder an der Stimme hörbaren Affekt und nennt dazu den eben von der Klientin geäusserten Gedanken.
Ist diese Bezeugung für die Klientin stimmig, erfolgt ein Moment der „Passung“, des «Click of closure», bei der Klientin. Sie fühlt sich verstanden und gesehen. Und der Prozess kann weiter gehen.