Prinzipien

Ein weiteres hilfreiches Mittel der Pesso-Therapie-Methode ist die Bewusstmachung von Projektionen von eigenen Erfahrungsinhalten auf andere Menschen durch die Intervention „Prinzipien“. Dabei handelt es sich um «Grundsätzliches». Auf einem Chef kann z.B. das (negative Erfahrungs-) Prinzip eines dominanten Vaters liegen. Im Umgang mit dem Chef erhält dabei z.B. das "Dominiert-werden" eine besondere Qualität. Diese besondere Qualität, dieses Grundsätzliche, kann sich z.B. in übergrosser Wut auf den Chef ausdrücken. 

Z.B. könnte ein Klient sagen: "ich habe immer Mühe mit meinen Chefs, da sie mich an meinen dominaten Vater erinnern". In diesem Fall könnte es sich um eine alte Geschichte mit dem Vater handeln, welche der Klient in der Gegenwart mit seinem Chef re-inszeniert. Der Therapeut legt nun einen Platzhalter für die beiden auf den Boden. 

Auf den Platzhalter des Chef wird nun ein Symbol für dieses Grundsätzliche, welches sich re-inszeniert, gelegt. Dies nennen wir Prinzip und wird oft mit einem Post-it angedeutet. Oft ist die Situation der Projektion dem Klienten nicht so klar. Mit einem Prinzip setzt der Therapeut eine erste Markierung. 

Was die Neurowissenschaften heute bestätigen, haben Al Pesso und Diana Boyden Pesso so ausgedrückt: "Wir nehmen die Gegenwart durch die Brille unserer Erinnerungen wahr". Mit unserem Bewusstsein konstruieren wir uns die Welt. Hier hilft diese Intervention der Prinzipien die Qualität dieser "Konstruktion" zu erkennen. 

Copyright© Andreas Bertram (Gestaltung, Text, Fotos, Videos und Illustrationen), Zusammenarbeit mit Heinke Torpus (Videos), Dirk Stahl (Fotos), PBSP® (Foto von Al Pesso und Diana Boyen, https://pbsp.com/). Mein Schreibstil orientiert sich an der männlichen oder weiblichen Form, weitere genderfluide Formen können immer mitgedacht werden. Die Begriffe „Klient“ „Klientin“ und „zentrale Person“ werden gleichbedeutend verwendet, ebenso wie die Begriffe „Struktur“, „Therapiesitzung“ und „Beratungssitzung“. ©2026